Sonntag, 8. März 2015

Äthiopien

Nach langer Zeit komme ich nun wieder zum Posten. In Äthiopien gab es einfach kein brauchbares Internet. Jetzt bin ich in Kenia angekommen und das Internet ist wieder verfügbar.

Am 10.02.15 kam ich in einem der ärmsten Länder Afrikas an. Die Hauptstadt Addis Abeba wird auch die Hautpstadt Afrikas genannt. Sie ist der Sitz von vielen diplomatischen Vertretungen und auch der Sitz der Afrikanischen Union. In der Stadt gibt es ein lebhaftes Nachtleben mit extrem viel Musik.Die Äthiopier lieben es zu tanzen. Auf dem Dancefloor konnte ich kaum mit ihrer Lebensfreude mithalten. In diesem Land ist auch wieder Alkohol erhältlich. Bier steht dabei ganz oben in der Beliebtheits Skala. Ansonsten brauen sie auch gerne ihren eigenen Wiskey. Ein sehr hartes Gebräu. Khat wird hier Kiloweise für 5 Euro vom LKW verkauft. Immer Sonntags erfolgt die Lieferung und am Abend ist dann das ganze Dorf breit. Sogar Kinder fangen schon damit an.

Der Weg nach Süden führte mich an riesigen Blumenfarmen vorbei. In ihnen wird für den Export von Schnittblumen bzw. Topfpflanzen nach Deutschland, die Türkei, Italien oder auch Kanada produziert. Einige Farmen konnte ich besichtigen. Es ist alles sehr sauber, die Arbeiter tragen Schutzkleidung und meist gibt es auch noch eine angeschlossene Schule. Das einzig Merkwürdige ist, dass die sonst so fröhlichen Äthiopier dort sehr ernst sind. Der Lohn ist wohl ok aber nicht gut.

300 Km südlich von Addis schaute ich den ersten Nationalpark an. Lake Abiata und Lake Shala. Der erste See ist sehr flach und von hunderten Flamingos und Pelikanen bevölkert. Der zweite ist tief und wird von vulkanischen Quellen gespeist. Die dort siedelnden Stämme leben in Lehmhütten und ernähren sich vom Fischfang und der Rinderzucht. Die Rinder dienen vor allem als Statussymbol und sind auch ein bewegliches Konto. Alles Geld wird in ihnen angelegt. Je mehr Kühe man ein Mann hat, desto größer und bedeutender ist er. Inzwischen gibt es schon zu viele Kühe, so dass nicht mehr genug zu fressen da ist. Besonders extrem ist dieses Problem während der Dürreperiode.

In der Nähe vom Lake Shala geriet ich in eine Menschenmasse und dabei entstand ein Gedränge, in dem mein Handy aus meinem Rucksack geklaut wurde. Ich sah es trotz vielem Reden und dem Einschalten der Polizei nie wieder.

Auf dem Weg gen Süden erklomm ich auch die Berge des Bale Mountain Nationalparks. Es ging auf einer Piste rauf bis auf 4130 m. Das war ganz schön anstrengend aber auch wunderschön. Ich sah den bedrohten Red Fox und auch den endemischen Ethipian Wolf.

Auf der Abfahrt hielt ich bei einer Lodge an und wurde glatt von der Betreiberin J. eingeladen. Es gab ein richtig leckeres 3 Gängemenu und die erste warme Dusche in Äthiopien. Ich kann die Bale Mountain Lodge also wärmstens empfehlen.

Der Süden Äthiopiens ist sehr heiß und trocken. Die Menschen leben in kleinen Lehmhütten und ziehen mit ihren Rindern oder Ziegen umher. Sobald sie mich entdecken rufen sie "you you, where are you go, money money" oder auch "Ferengi", was Weißer bedeutet. In keinem Land wurde ich so hemmungslos angebettelt. Einmal wurde mir nach einer Tasse Tee sofort eine Kontonummer gegeben mit der Bitte nach meiner Rückkehr doch etwas zur Entwicklungshilfe zu überweisen. Ein anderes Mal wurde mir gesagt, dass ich Weißer sei und doch wohl helfen müsse.

Das Nationalgetränk ist natürlich der Kaffee. Er wird in einer Kaffeezeromonie zubereitet, bei der erst die Bohnen über Holzkohle geröstet werden, dann zerstampft, in Wasser mit viel Zucker mehrfach aufgekocht und schließlich in kleine Tassen gefüllt wird. Die Tasse wird bis zum Rand gefüllt und man trinkt den Kaffee kochend heiß.

Ich fuhr in Äthiopien 500 km auf Pisten und trank immer das lokale Wasser, dabei fuhr ich mir 10 Plattfüße ein und bekam einmal Durchfall. Der Grenzübertritt war kein Problem und zur Belohnung gönnte ich mir ein Hotel. 

Ingera und St. Georges Bier

Lucy

der Vogelreichtum Äthiopiens 

Mein Weg durch die Bale Berge

Der höchste Punkt

Im Süden Äthiopiens bei 42 Grad 

2 Kommentare:

  1. Voll cool, dass du Lucy gesehen hast!

    Und die Kühe bekommen drei Tage kein Wasser?
    Heißt das, sie müssen sich in dieser Zeit selbst mit Flüssigkeit versorgen und alle drei Tage wird am Brunnen für sie gepumpt?
    Lecken sie morgens Feuchtigkeit von den Pflanzen?
    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass sie drei Tage dursten können...

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  2. Ist das ein Termitenbau neben dem Baum?

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